Kultur

Frauenband MOSAIQ mit ganz viel «Härz»

Die in Staufen aufgewachsene Cathryn Lehmann singt sich in die Herzen der Zuhörer

Cathryn Lehmann ist in Staufen am Nelkenweg aufgewachsen. Die Tochter von Trudi und Heinz Lehmann hatte schon immer Musik im Blut und ist Mitbegründerin der Band „Härz“ und singt aktuell bei der Gruppe MOSAIQ. Das Markenzeichen der vier Frauen sind Mundartsongs mit mehrstimmigem Gesang. Begleitet werden sie am Piano oder mit der Gitarre von Michael Dolmetsch. Am Anlass der Kulturkommission Staufen haben sie am 20. März 2026 im Zopfhuus Staufen ein Konzert gegeben.

Cathryn stellt dem Staufner-Blog zwei Songs zur Verfügung, die sie zusammen mit der Band MOSAIQ im Zopfhuus Staufen gesungen hat. Sie hat dazu jeweils einen kurzen Text mit dem Bezug zu Staufen und ihren Eltern geschrieben.

«Königinne» stammt noch aus unserer «Härz»- Zeit und wurde von Georg Schlunegger geschrieben. Er spiegelt nicht genau die Lebensgeschichte von meiner Mutter wider, denn meine Eltern hatten sich ja nicht getrennt und waren bis zum Tod meines Vaters Heinz im Jahr 2018 glücklich verheiratet. Dennoch ist der Song tatsächlich eine Hymne auf alle Mütter dieser Welt.

Königinne

Den Text des Songs «Uf eues Wohl» stammt von mir, die Musik von Michael Dolmetsch. Ich schicke dir hier eine Live- Version, da wir den Song noch nicht aufgenommen haben. Er ist also noch unveröffentlicht. Es geht um Grosseltern und im Speziellen um meine Grossmutter Rösy Lehmann-Gammeter, welche viele Jahre in Staufen gelebt hat. (Zuerst in dem Schindelhäuschen links neben dem Volg Laden, später in einer Wohnung an der Konsumstrasse.)

Uf eues Wohl

Den Abend eröffnet hat Cathryn mit dem Lied ‚Es Härz voll Musig‘, das sie zu Ehren ihres 2018 verstorbenen Vaters Heinz geschrieben hat. Heinz Lehmann unterrichtete als Sekundarlehrer in Staufen und später als Berufswahllehrer in Lenzburg. Er war 30 Jahre lang Dirigent des Männerchors Staufen.

Es Härz voll Musig (Cathryn Lehmann)
Als erschte vo vier Buebe
Bisch du ine Wält ie gebohre
Wo niemer so richtig gwüsst hett, was wird sii
Di ganz Wält rundume
im Chrieg und im Eländ
D‘ Mueter schafft Tag und Nacht
und de Vater taucht d‘ Sorge in Wii

Doch denn findsch du uf der Müllhalde
e alti chli chrummi Gitarre
und scho gli hesch ere paar schöni Tön entlockt

Und denn sitzisch du da mit de Gitarre uf em Chnüü
Und vergissisch die ganz Wält um di


Es Läbe voll Musig
Es Läbe voll Liebi
Das hesch du mir vorgläbt
Das hesch du mir gschänkt
Mis Härz isch voll Bilder
Mis Härz isch voll Gschichte
I wot si nie meh vergässe- so bliibsch du immer bi mir


Nachem Chrieg bisch go studiere
Um als liebevolle Lehrer
Zum erschte Mol vor diiner Schuelklass zu staah
40 Augepaar lüüchted
Wo du d Gitarre uuspacksch
Und singsch mit de Schuelchind
Die Lieder vo früener und hüt

Und denn sitzisch du da mit de Gitarre uf em Chnüü
Und vergissisch die ganz Wält um di


Refrain

Jetzt staht dini Gitarre deet vorne im Egge
Si hett scho chli Staub aagsetzt.
Ich lueg sie aa und ich nimm sie i d Hand
Und scho wird s mir warm um s Härz

Und denn sitz ich da, mit der Gitarre ufem Chnüü
Und vergisse die ganz Wält um mich


Refrain

MOSAIQ am 20.3.26 im Zopfhuus

Cathryn schreibt: „Ich bin am Nelkenweg 10 in Staufen aufgewachsen. Meine Schwester und ich erlebten eine sehr behütete, harmonische Kindheit. In unserem Quartier gab es viele gleichaltrige Kinder und so haben wir ganz viel draussen „Versteckis“ oder „Schiitli um“ gespielt. Mein Vater war jahrelang Sekundarlehrer in Staufen, ausserdem hat er den Männerchor Staufen geleitet. Meine Mutter hat auch immer mal wieder an der Unterstufe in Staufen unterrichtet. Sie hat viele Jahre den Frauenturnverein geleitet und im Zopfhuus Sunntigsschuel gegeben.

Nach 2,5 Jahren Kanti in Wettingen wechselte ich ans Kindergartenseminar in Brugg. Meine erste Stelle als Kindergärtnerin hatte ich in Würenlingen. In dieser Zeit begann ich in verschiedenen Bands zu singen. Die Leidenschaft für die Musik habe ich bestimmt von meinem Vater geerbt, welcher als Bassist in verschiedenen Bands mitspielte. (Saitefieber, MTB, Wynavalley Oldtime Jazzband). 

Ich beschloss, die Musik zu meinem Beruf zu machen und besuchte das Musicians Institute in Los Angeles. Nach meiner Rückkehr arbeitete ich als selbständige Musikerin- als Vocalcoach, Sängerin und Songwriterin. Ich war auf Tournee mit jan SEVEN dettwyler , Heinrich Müller und Band und Philipp Fankhauser, habe 2 Soloalben- und ein Hörspiel plus Bilderbuch für Kinder rausgebracht. Ausserdem leite ich seit vielen Jahren verschiedene Kinderchöre. Seit Corona alles zum Stillstand gebracht hat, unterrichte ich- wiederum in der Gemeinde Würenlingen- Musik an der Mittelstufe. Seit 2002 lebe ich mit meinem Mann und meinen beiden Kindern in Ennetbaden.

Als ich die Anfrage der Hitproduzenten Roman Camenzind und Georg Schlunegger von Hitmill für das Frauenprojekt „Härz“ erhielt, war das eine sehr aufregende, neue Erfahrung. Das Projekt wurde sehr schnell sehr erfolgreich. Wir hatten einige SRF- Auftritte, erreichten Goldstatus mit unserem Debütalbum und gewannen im Jahr 2019 den Swiss music Award in der Sparte „Best Breaking Act“. Corona stoppte diesen Erfolgsfluss und wir mussten uns neu orientieren. Mit neuem Management und neuem Namen „MOSAIQ“ war es fast wie ein kompletter Neustart. Nach wie vor macht es aber einfach sehr viel Spass mit Michi und den Ladies aufzutreten. Ich hoffe, das hat man bei unserem Auftritt in Staufen gespürt.“


Fotos Jürg Wetli

1 Kommentar zu “Frauenband MOSAIQ mit ganz viel «Härz»

  1. Avatar von Cathryn Lehmann

    Herzlichen Dank für den schönen Beitrag, lieber Gallus!

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