Die Planungskommission hat zusammen mit dem Architektenteam von gsj und dem Bauherrenvertreter Emanuele Soldati das Vorprojekt abgeschlossen, wichtige Grundlagenentscheide gefällt und als Anträge zuhanden des Gemeinderats formuliert. Der Gemeinderat hat diese Entscheide bestätigt.
Die wichtigsten Erkenntnisse und Entscheidungen aus dem Vorprojekt:
Holzbau statt Hybridbau
Das Neue Schulhaus wird als dreigeschossiger Holzbau geplant. Das Untergeschoss sowie das Treppenhaus werden betoniert. Die Geschossdecken werden in einem Betonverbundsystem ausgeführt. Ein Holzbau ist unwesentlich teurer (+11’500.-) als die ursprünglich geplante Hybridbauweise (Beton und Holz). Dafür hat eine Holztragstruktur -nebst ökologischen Kriterien- für Staufen den grossen Vorteil, dass die Bauzeit verkürzt werden kann, da wesentliche Elemente des Schulgebäudes vorher in einer Zimmereihalle vorproduziert werden können und auf der Baustelle lediglich noch die Montage erfolgt. Dadurch muss weniger lange mitten im Schulgelände eine Baustelle mit all ihren Auswirkungen wie Baulärm, Zufahrten, Gefahren für Kinder… betrieben werden. Eine sichtbare Holzkonstruktion ermöglicht den Schülerinnen und Schülern auch ein behaglicheres und natürlicheres Raumgefühl.
Holz als nachwachsender Rohstoff, ein optimierter Einsatz von Beton, kürzere Bauzeiten sowie die sichtbare und erlebbare Holzkonstruktion sprechen für die gewählte Variante Holz.

Photovoltaik auf dem Dach
Auf dem Dach des Neuen Schulhauses wird eine grosse PV-Anlage mit 238m2 (entspricht 68 kWp) installiert. Im Moment kann so die bestehende Netzinfrastruktur belassen werden. Auf Photovoltaikelemente an der Fassade wird aus Kostengründen verzichtet.
Vollausbau des Untergeschosses
Das Untergeschoss ist als Vollausbau vorgesehen. Ein Teilausbau im Perimeter der bestehenden Zivilschutzbauten wäre aufgrund von Baugrundvorbereitungen und Fundationsmassnahmen nur geringfügig (-8’500.-) günstiger. Dafür entsteht ein zusätzlicher Lagerraum von 190m2. Dieser Raum steht den Bedürfnissen der Schule zusätzlich zur Verfügung.


Kosten
Die Geschossflächen wurden optimiert und auf allen vier Geschossen um insgesamt 136m2 erhöht. Die Kosten wurden von den Planern mit Hilfe von Richtofferten und Erfahrungswerten ermittelt. Die Grobkostenschätzung, welche die die Gemeindeversammlung beim Bewilligen des Projektierungskredits zur Kenntnis genommen hat, ging von einem Betrag von 9’050’000.- aus. Dieser Betrag soll trotz etwas grösseren Geschossflächen sowie dem Ausbau des Untergeschosses und der Variante Holzbau eingehalten werden. Die neue Kostenschätzung geht von einer Genauigkeit von +/- 15% aus. In der Schätzung sind Reserven von 2% enthalten.
Die Preise im Bauhauptgewerbe sind nach wie vor in Bewegung und je nach politischer Situation können Lieferengpässe den Markt negativ beeinflussen.
Bereits im Frühling wurde eine Baugrunduntersuchung in Auftrag gegeben, um die Kostensicherheit zu erhöhen. Die geologischen Erkenntnisse daraus helfen, die Kosten präziser zu ermitteln.
Zeitplanung
Um das sehr anspruchsvolle Terminprogramm (der Bezug des Schulhauses ist im Jahr 2026 geplant!) einzuhalten, wird das Baugenehmigungsverfahren bereits vor der Kredit-Bewilligung durch die Gemeindeversammlung im November 2024 eingeleitet
| Bauprojekt erarbeiten | April – September 2024 |
| Baubewilligungsverfahren einleiten | ab September 2024 |
| Kreditantrag und Entschied der Gemeindeversammlung | 13. November 2024 |
| Ausschreibungen/ Submissionen machen | ab Dezember 2024 |
| Baustart | ab Juni 2025 |
| Bezug | Herbstferien 2026 |
Aufenthalt für Lehrerinnen und Lehrer im Alten Schulhaus
Das ‚Lehrerzimmer‘ für alle drei Schulgebäude wird im Erdgeschoss des Alten Schulhauses installiert. Damit besteht ein zentraler Treffpunkt für die Lehrpersonen in direkter Nähe zu Schulleitung und Sekretariat und trägt zu einer einheitlichen Schulkultur bei. Der Aufenthaltsraum wird mit Kochgelegenheit, Sitz- und Essensmöglichkeiten ausgestattet. Bestehende Einbauschränke sowie die Küche aus dem Primarschulhaus können in grossen Teilen wieder verwendet werden.

Ausblick
In der nun startenden Projektphase werden bis September 2024 die Pläne weiter verfeinert und das Bauprojekt mit einer Kostenschätzung von +/- 10% ermittelt. Weiter wird die Baugesuchseingabe für den September 2024 vorbereitet. Das Ziel aller Beteiligten besteht weiterhin, eine zu Staufen passende Lernwerkstatt oder Lernscheune zu realisieren (eine Lernvilla passt nicht ins Dorf).
Titelbild: Schulhaus Zopf, das ebenfalls ein Holzbau ist

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