Während des ganzen Frühlingssemesters 2026 beschäftigten sich Studierende der ETH mit dem ‚Dorf‘ und zwar am Beispiel von Staufen. Was macht die Identität von Staufen aus? Ist Staufen noch ein Dorf oder bereits Agglomeration? Oder wie kann sich Staufen weiterentwickeln, ohne seine Geschichte und sein Gesicht zu verleugnen? Dies waren Fragen, mit denen sich die Architekturstudenten auseinandersetzen.
Am Freitagabend, 29. Mai und Samstagmorgen, 30. Mai haben sie ihre Arbeiten im Saal des Mehrzweckgebäudes am Lindenplatz vielen interessierten Bewohnern von Staufen präsentiert.



16 Projekte für Staufen

In der Folge werden die 16 Projekte kurz mit Fotos vorgestellt. Zu jedem Projekt stand umfangreiches Material aus Plänen, Skizzen, Fotos, schriftlichen Überlegungen… zur Verfügung.

Projekt 01_Spycher im Gässli
Ideen, wie der Spycher im Innern erneuert und genutzt werden könnte und der Garten davor soll als gemeinschaftlicher Bauerngarten genutzt werden können.
Projekt 02_Macherei
Die leer stehende Scheune mit dem Anbau zwischen zwei Bauernhäuser im Gässli soll zu einem Arbeitsraum und Raum der Möglichkeiten umgenutzt werden.


Projekt 03_Neue Räume
Das uralte Riegelhaus (1774) im Gässli mit den beiden Wohnteilen und einer Tenne dazwischen soll im Tennbereich vertikal erschlossen werden und als künftiges Herz des Hauses Aufenthaltsqualität bieten.
Projekt 04_Spuren des Wachsens
Der Wohnteil des Sattler Kari-Hauses an der Postgasse soll als identitätsstiftendes Gebäude renoviert werden und als Kinderhort oder als heilpädagogische Praxis Kindern einen Lebensraum bieten.


Projekt 05_Staufen für Alle
Ein neuer Verein „Staufen für Alle“ soll die Scheune des Sattler Kari-Hauses reaktivieren mit Vereinswerkstatt, Ausstellungsraum, Vereinssaal. Ein Garagen-Café mit einem Pizzaofen und eine Arkade sollen Eltern und Kindern Möglichkeiten des Treffens und kreativen Tuns ermöglichen.
Projekt 06_Verbinden
Ideen für die Hinterdorfstrasse, die das Dorf mit dem neuen Quartier im Westen verbindet: Tische beim Brunnen, Holzsammelregal fürs Silvesterfeuer, Umnutzung der ehemaligen Bushaltestelle zusammen mit den Anwohnern.


Projekt 07_Hochparterre
Wie können Häuser in einem Einfamilienhausquartier verdichtet werden? Die Antwort liegt im Aufstocken (statt Abbrechen). Mit einem umlaufenden Balkon ist die Erschliessung des oberen Stockwerks problemlos möglich.
Projekt 08_Vorstöckli
In Staufen gibt es viele Einfamilien-hauszonen, bei denen 5 Meter tiefe Vorplätze vorgeschrieben sind. Auf dieser 5m breiten ‚Interventionszone‘ sollen kleine eingeschossige Anbauten (Stöcklis) entstehen, die kleine Wohneinheiten für Junge oder Ältere bieten und so zu einer Verdichtung beitragen.


Projekt 09_Leer?
In Staufen gibt es 22 unbebaute Parzellen. Sollten diese grünen Gebiete nicht erhalten bleiben? Und dafür die an die ‚leeren‘ Parzellen angrenzenden Grundstücke zu Baugruppen zusammengefasst und verdichtet werden?
Projekt 10_Kulturscheune
Das Projekt schlägt vor, das Mehrzweckgebäude am Lindenplatz umfassend zu sanieren und weiterzu entwickeln und den Lindenplatz als Ankunfts-, Begegnung- und Arbeitsort zu stärken. Die ‚Kulturscheune‘ wird neu erschlossen und einen Co-Working-Space erhalten.


Projekt 11_Wiedergeburt
Es geht um das Zentrumsareal zwischen Rennweg und Mühleweg. Die Doninelli-Halle oder die Zuckschwerdt-Gebäude sollen erhalten werden. Trotzdem sollen im Dorfzentrum neue Gebäude mit hoher Ausnützung entstehen.
Projekt 12_Zwischenbauten
Zwei bestehende Häuser an der alten Bernstrasse -an der Schnittstelle von Dorf und Neubauquartier- sollen im Bestand weitergebaut werden und einen Begegnungsort für Nachbarn schaffen.


Projekt 13_Dachallmend
Der riesige Lenzopark soll eine neue öffentliche Bedeutung erhalten. Das bestehende Flachdach wird in eine öffentlich zugängliche ‚Allmend‘ umgewandelt mit Park, Garten sowie Aufenthaltsort und so den Boden wieder an Bewohner zurückgeben.
Projekt 14_Stouf
Der Staufberg ist identitätsbildend für Staufen. Der Rebberg und die Arbeiten rund um den Weinbau sollen als gemeinschaftlicher Ort die Bevölkerung aktivieren. Auf dem Berg entsteht eine neue Plattform mit einem unterirdischen Weinkeller als Ort der Weinproduktion.


Projekt 15_Quelle Lüshübel
Die verschüttete Quelle Lüshübel soll wieder gefasst werden und mit mit einem neuen Fussweg mit mehreren Stationen die Wassergeschichte von Staufen sowie die Beziehung zwischen Mensch und Wasser sichtbar machen.
Projekt 16_Wasser, das bleibt
Im neu gebauten Quartieren mit Tiefgaragen soll der Abfluss von Regenwasser verlangsamt und auf den Grünflächen zurückbehalten werden. Es entsteht eine neue Landschaft. Die Tiefgarage wird in heissen Zeiten zum klimatischen Aufenthaltsraum mit kühlen Luftströmen.


Die Gemeinde Staufen bedankt sich bei allen Studierenden, der Professorin und ihren Assistent/innen für das grosse Engagement für unser Dorf. Die erarbeiteten Projekte schärfen die Sensibilität für Bauen in Staufen. Auf das eine oder andere Projekt wird zu einem späteren Zeitpunkt in gesonderten Beiträgen nochmals vertieft eingegangen.

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